Die Berliner Philharmoniker genießen weltweiten Ruhm. Und mit rund 40 Konzertprogrammen und mehr als 130 Konzerten pro Jahr ist das Orchester auch besonders produktiv. Für das Media-Team der Berliner Philharmoniker erfordert dies maximale Effizienz in der Vor- und Nachbereitung, denn die Konzerte werden live gestreamt und stehen den Abonnenten der Digital Concert Hall bereits wenige Tage später in der hauseigenen Mediathek zur Verfügung. Beim Streaming, dem Videoschnitt und der Video-Postproduktion setzen die Berliner seit vielen Jahren erfolgreich auf Grass Valley EDIUS.

Die Geschichte der Berliner Philharmoniker reicht bis in das Jahr 1882 zurück und die Namen der Dirigenten und Solisten sind legendär. Bereits 2006 beschließen die Berliner Philharmoniker einen für die damalige Zeit visionären Schritt. Das Ensemble beschließt, die Konzerte in optimaler Bild- und Tonqualität künftig in Eigenregie zu produzieren und via Internet zu übertragen.

Acht stationäre Kameras
BU: Acht stationäre Kameras im Saal der Berliner Philharmonie

Dazu wurde sowohl der Saal der Berliner Philharmonie um acht stationäre Kameras und Regietechnik auf Broadcastniveau aufgerüstet als auch die Entwicklung einer App für die verschiedensten Soft- und Hardware-Plattformen gestartet.

Das Angebot der „Digital Concert Hall“ erlaubt es seitdem Musikliebhabern weltweit, Konzerte und Dokumentationen der Berliner Philharmoniker unter anderem auf PCs und Tablets, Smart-TVs, via Apple-TV oder Amazon Fire-TV und zu besonderen Anlässen sogar in ausgewählten Kinos zu erleben.

Durch den Erfolg der „Digital Concert Hall“ konnten die Berliner Philharmoniker stetig wachsende Erlöse generieren. Und dies entgegen dem Trend branchenweit rückläufiger Umsätze im traditionellen Tonträgermarkt.

Broadcast-Technik auf höchstem Niveau

„2008 hat uns die Welt mit der Schlagzeile “Die Berliner Philharmoniker spielen für 10 Euro im Internet” sogar auf ihre Titelseite gebracht“ erinnert sich Christoph Franke, der als Klangregisseur und Creative Producer die Entwicklung der „Digital Concert Hall“ von Beginn an mitkonzipiert und begleitet hat.

die Welt
BU: Auf der Titelseite der „Welt“: “Die Berliner Philharmoniker spielen für 10 Euro im Internet”

Ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Deutschen Bank, dem Sponsoring von Broadcast-Herstellern wie Sony und später Panasonic verfügen die Berliner Philharmoniker über eine Kamera- und Studiotechnik auf höchstem Niveau, die regelmäßig aktualisiert wird. 2008 nahm das Team um Christoph Franke den regulären Produktionsbetrieb mit Sony HD-Kameras im Format XDCAM 422 auf. Vor gut zwei Jahren wurden die Kameras, nun von Panasonic, sowie die Postproduktion und Regietechnik auf 4K aufgerüstet. Das Videosignal der acht stationären 4K-Kameras wird jeweils per SDI-Quadlink in die Studioregie übertragen und von dort als AVC Ultra in den Serverraum, so die Signale pro Kamera als AVC Ultra in 800 Mbit/s aufgezeichnet werden.

EDIUS kommt in dem Workflow der Philharmoniker gleich mehrfach zum Einsatz. „Während des Livestreamings nutzen wir EDIUS in Kombination mit VisTitle, um Titel und Untertitelungen einspielen zu können. Die Performance von EDIUS wird hier ideal ergänzt durch die vielfältigen Gestaltungmöglichkeiten, die VisTitle uns bietet.“

EDIUS kombiniert mit VisTitle

Konkret müssen zum Beispiel komplexe Vorgaben des Corporate Designs exakt umgesetzt werden. Dazu ist es erforderlich, unterschiedliche Schriftarten oder auch Schriftgrößen innerhalb einer Zeile kombinieren zu können. „VisTitle bietet diese Möglichkeit und auch das Handling von SRT-Dateien zur Untertitelung funktioniert perfekt“ erläutert Christoph Franke.


BU: Klangregisseur und Creative Producer Christoph Franke am EDIUS-Schnittplatz

Ist das Konzert beendet, beginnt für das Postproduktions-Team die eigentliche Arbeit. Schließlich soll die Aufzeichnung, die in der Mediathek der Berliner Philharmoniker für die Abonnenten dann abrufbar sein wird, höchste Qualitätsansprüche erfüllen.

In einem ersten Schritt wird die live gemischte Audio-Stereo-Spur mit einem komprimierten Videosignal exportiert. Während des Audioschnitts dient das Videobild allein zur Prüfung der Synchronizität von Audio und Video.

Bereits vor dem eigentlichen Konzert zeichnet das Media-Team regelmäßig auch die beiden Proben auf. „Gelegentlich bittet uns ein Musiker, für die finale Fassung ersatzweise einen Part aus der Probenaufzeichnung zu verwenden“ erläutert Christoph Franke. „Je nach Länge der Sequenz tauschen wir dann entweder nur den Audio-Part oder auch Audio und Video gesamt aus.“

Bildregisseur
BU: Bildregisseur Robert Gummlich erläutert die Abläufe in der Studioeregie

Oder aber das Team stellt bei der Prüfung der Aufzeichnung fest, dass ein Störgeräusch, wie zum Beispiel Husten im Publikum, zu hören ist. „Dann können wir dieses Geräusch durch Spectral Cleaning maximal reduzieren.“

Tonschnitt und Optimierung werden mit einer spezialisierten Audio-Softwarelösung durchgeführt. Sobald die Audio-Bearbeitung abgeschlossen ist, wird in EDIUS weitergearbeitet. Die Original-Tonspur wird in EDIUS durch die bearbeitete Audiofassung ersetzt.

Das Drehbuch zum Konzert

Jedem Konzert geht eine aufwändige Planung voraus. Die Bildregisseure notieren in der Partitur wie in einem Drehbuch exakt den Zeitpunkt für den gewünschten Umschnitt. Jede Einstellung der acht Kameras – gelegentlich kommt noch eine neunte Kamera auf einem Stativ im Saal hinzu – ist mit der Benennung einer Presetnummer exakt definiert.


BU: Die Partitur ist das Drehbuch für die Umschnitte

„Durch dieses exakte Drehbuch und das eingespielte Team in der Liveregie sind tatsächlich eher wenige Änderungen der Schnittfolge in der Videonachbearbeitung notwendig“ erläutert Christoph Franke. „Aber natürlich passiert es schon einmal, dass ein Musiker in dem Moment, in dem auf ihn umgeschnitten wurde, noch gar nicht spielt oder auch die Schärfe nicht perfekt stimmt.“

In EDIUS stehen dem Team deshalb sämtliche Videospuren aller an der Aufzeichnung beteiligten Kameras zur Verfügung. „Dank der Multicam-Funktion können wir die Umschnitte bei Bedarf anders timen oder auch eine andere Kameraquelle wählen.“

Echtzeitwiedergabe im Multicam-Modus

Die gleichzeitige Wiedergabe der bis zu neun Videospuren mit jeweils 800 Mbit/s Datenrate ist dank EDIUS kein Problem und jederzeit möglich, da die Wiedergabeauflösung bei Bedarf reduziert werden kann. „Für uns ist das ein Vorteil, den wir sehr schätzen. Denn die Wirkung und das Timing von Schnitten in Verbindung zur Musik lässt sich nur beurteilen, wenn die Wiedergabe in Echtzeit erfolgen kann“ sagt Franke.


BU: EDIUS im Multicam-Modus ermöglicht die Wiedergabe in Echtzeit

EDIUS-Tools wie der Layouter und die Primäre Farbkorrektur erlauben schnelle Korrekturen einer Einstellungsgröße oder eines Framings. Belichtung und Weißabgleich können ebenso intuitiv korrigiert und angeglichen werden.

Das Master: 800 Mbit/s Videodatenrate und 98 KHz 24 bit Audio

Der Workflow der EDIUS Postproduktion ist ganz darauf abgestimmt, eine optimale und damit zukunftssichere Qualität von der Aufnahme über die Bearbeitung bis hin zum exportierten Master in möglichst kurzer Zeit zu erhalten. Christoph Franke: „Um die originale Qualität zu erhalten, exportieren wir im Format AVC-Ultra mit 800 Mbit/s, also exakt dem Format, dass wir auch zur Aufnahme nutzen. Dank der Smart-Render-Funktion, rendert EDIUS allein die kurzen Momente neu, bei denen wir Änderungen im Bild vorgenommen haben. Dies sind dann vielleicht nur fünf Minuten eines insgesamt 2 ½ stündigen Konzertprogramms. EDIUS kann also die finale Masterdatei mit 4K HDR HLG 800 Mbit/s Videodatenrate in 50pund 96 KHz 24-bit Audio Samplerate in einem Bruchteil Zeit exportieren, die sonst erforderlich wäre.  

EDIUS Support und Feature Wünsche

Christoph Franke: „Wir haben das Glück, dass wir mit EDIUS nicht nur eine extrem performante und stabile Video-Schnittlösung gefunden haben, sondern auch einen sehr leistungsfähigen Support, der noch dazu in direktem Austausch mit dem EDIUS-Entwicklungsteam in Kobe in Japan steht.“

Innerhalb von maximal 48 Stunden erhielten die Berliner stets die gewünschte qualifizierte Auskunft – und in besonderen Fällen etwas später auch eine Programmanpassung oder Erweiterung passgenau für die gewünschte Anwendung.

So war bei dem aus Qualitäts- und Performancegründen gewünschtem AVC-Ultra-Export ursprünglich nur eine Ausgabe in mehrere 4 GB große Dateien möglich, was absolut konform zu den P2-Spezifikationen durch Panasonic war. „Für unsere Anwendung zur Ausspielung der Master-Datei mit einer Größe von bis zu 800GB machte diese durch P2 vorgesehene Stückelung allerdings keinen Sinn“ erinnert sich Franke. „Deshalb baten wir den EDIUS Support um Prüfung und Unterstützung“.

Support und Entwicklerteam nahmen sich der Sache an. Seit der Version EDIUS 9.3 profitieren nun alle EDIUS 9 Workgroup Anwender von den erweiterten Möglichkeiten. XAVC Intra 4K und AVC Ultra 4K lassen sich seitdem im MXF Container ohne Beschränkung der Dateigröße als eine zusammenhängende Datei exportieren. Darüber hinaus wurde der AVC Ultra MXF Exporter um HDR Metadaten und weitere Audioeinstellungen erweitert. Christoph Franke: „Damit wurde uns gleich noch ein weiterer Wunsch erfüllt, denn tatsächlich produzieren wir in 4K HDR mit Hybrid Log Gamma“.

Zentrales Rendering über den XRE-Transcoder Server  

Ergänzend zum Konzert-Master erstellt das Media-Team mit EDIUS auch Trailer für die Social Media Kanäle der Philharmoniker. „Und zusätzlich schneiden und untertiteln wir mit EDIUS auch die Interviews mit den Künstlern, die wir jeweils während der Konzertpause in den Live-Übertragungen streamen“.

Trailer
BU: Auch Trailer, Interviews und Social Media Inhalte werden mit EDIUS produziert

Es wird also viel produziert und entsprechend viele Projekte müssen bearbeitet und als Masterdateien ausgegeben werden. Um die Renderzeiten bei der Ausgabe der Dateien noch weiter zu reduzieren, wurde der EDIUS-Workflow um einen XRE-Transcoder Server erweitert. Damit konnte die Produktivität nochmals gesteigert werden, denn die Berechnung und der Export von Dateien geschieht nun komplett auf dem XRE-Transcoder Server. Franke: „Unsere EDIUS-Schnittplätze stoßen diesen Vorgang nur an und stehen dann unmittelbar für weitere Schnitt-Aufgaben mit voller Performance zur Verfügung.“

Als das Leitungsteam der Berliner Philharmoniker das Konzept der „Digital Concert Hall“ vor rund 15 entwickelt hat, hatten die Manager ganz sicher nicht vor Augen, wie hilfreich diese digitale Bühne auch vor dem Hintergrund einer globalen Pandemie einmal sein würde. Denn damit gelang es den Philharmonikern, manche Einschränkung der Corona-Krise zu überwinden und den Kontakt zu seinem Publikum zu halten und noch zu intensivieren.

Verlässlichkeit und Performance

Dazu Christoph Franke: „Wir haben über die letzten 15 Jahre einen Abonnentenstamm von über 70.000 Kunden aufbauen können. Darunter befinden sich viele private Musikliebhaber aber auch viele Institutionen, wie zum Beispiel Akademien und Musikschulen weltweit. Dafür sind wir sehr dankbar.

Ein wichtiger Baustein dieses Erfolgs ist die Verlässlichkeit und die Performance unserer Mastering-Anwendungen und kreativen Tools, wozu EDIUS seit dem ersten Tag gehört.“

Anmerkung: Die Abbildungen stammen aus einem EDIUS-Anwender-Portrait, das magic multi media anlässlich der Veröffentlichung von EDIUS X über die Arbeit des Media-Teams der Berliner Philharmoniker produziert hat. Sie finden in Kürze den Beitrag mit vielen zusätzlichen Informationen unter folgenden LINK.

Der Filmautor, Produzent und Cutter Goran Maršalek schildert in diesem Bericht seine Leidenschaft für den Dokumentarfilm – und für die Arbeit mit EDIUS. Zu Ostern 2021 sendete das nationale kroatische Fernsehen „HTV“ Goran Maršaleks bislang aufwendigste Dokumentation „Storm of the Soul“ zur besten Sendezeit. Auch von der Arbeit an diesem Film berichtet dieser Text.

Von Goran Maršalek (www.media53.hr)

Stabilität – das ist die wohl wichtigste Eigenschaft, die ein professioneller Cutter von seinem Werkzeug bei der Bearbeitung von Projekten erwartet. Meine Erfahrungen mit Videobearbeitung umfassen rund 15 Jahre bis heute. Zuvor hatte ich fast ein Jahrzehnt lang Beiträge für das Radio produziert. Daher weiß ich, was eine stabile und zuverlässige Software für die Produktion bedeutet. Obwohl ich damals noch nicht viel Erfahrung in der Videobearbeitung und Postproduktion hatte – stattdessen nur einige theoretische Kenntnisse und den großen Wunsch zu lernen – wusste ich, dass ich eine stabile Software wollte. Denn ich wollte keine Zeit mehr damit verschwenden müssen, abgestürzte Projekte wiederherzustellen.

Ich hatte von EDIUS nie zuvor gehört

Dies war mein grundlegender Wunsch und dann lernte ich EDIUS kennen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es die EDIUS Version 4. Ich erhielt die Installations-CD von einem Freund, der bei einem lokalen Fernsehsender arbeitete. Ich hatte zuvor noch nie etwas von EDIUS gehört. Aber als ich EDIUS zum allerersten Mal startete, hatte ich gleich den Eindruck, dass alles transparent und intuitiv war. Von damals bis heute habe ich alle wichtigen Schnittprogramme getestet. Aber wie Sie vermutlich schon ahnen, bin ich bei EDIUS geblieben. Dafür gibt es viele gute Gründe wie zum Beispiel die intuitive Bedienung und dass EDIUS nahezu alle Arten von Codecs und Dateiformate nativ verarbeiten kann. Schließlich der professionelle Workflow und die sinnvollen Optionen, wie zum Beispiel die Möglichkeit die Wiedergabequalität in der Vorschau je nach Bedarf zu reduzieren, damit auch anspruchsvolle Videoaufzeichnungen mit hoher Datenrate in Echtzeit abgespielt werden können. Ich könnte die Liste meiner Lieblingsfeatures unendlich fortsetzen. Aber all das wäre nichts ohne das Wichtigste: Stabilität und Verlässlichkeit!

setup Mein aktueller Schnittplatz und mein Setup

Mein Schwerpunkt: Content für TV

Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt darin, Video-Content zu produzieren, in der Herstellung wie auch in der Postproduktion, überwiegend für Fernsehanstalten. Dies sind sowohl Dokumentarfilme, Musikvideos, TV-Werbung und weiterer Content überwiegend für TV aber auch für den DVD und Blu-ray Markt. Eine Zeit lang habe ich auch als Hochzeitsfilmer gearbeitet, aber seit rund acht Jahren konzentriere ich mich auf mein Kerngeschäft: TV-Content. In Sachen Corporate-Film war der bekannteste Hersteller, für den ich bislang gearbeitet habe, Coca-Cola. Für die kroatische und die regionale Organisation von Coca-Cola haben mein Team und ich über 30 Reportagen und Dokumentationen produziert. Darunter befindet sich auch einer der wichtigsten Unternehmensfilme, der für Coca-Cola seit Beginn der Niederlassung in Kroatien und der angrenzenden Region in den frühen 70er Jahren produziert worden ist. Alles wurde mit EDIUS und EDIUS kompatiblen Plug-ins bearbeitet. EDIUS ist daher mein wichtigstes tägliches Werkzeug, das mich verlässlich dabei unterstützt mein Einkommen als Filmemacher zu bestreiten.

Stabilität und Verlässlichkeit sind gleichermaßen bedeutend

Die Beschreibung meiner Aufgaben zeigt den Stellenwert der Stabilität eines Schnittsystems, denn es handelt sich um große Projekte. Einige davon sind TV-Serien, an denen ich über Jahre arbeite. Alle diese Projekte wurden mit EDIUS geschnitten und postproduziert, einige in Kombination mit Fotobearbeitungsprogrammen. Für mein Business sind Stabilität und Verlässlichkeit gleichermaßen wichtig. Jeder, der an einem Projekt schon einmal über längere Zeit gearbeitet hat, wird dies nachvollziehen können. Und ich könnte viele Fälle aufzählen, in denen es entscheidend auf die Zuverlässigkeit von EDIUS ankam und EDIUS mich vor großem Ärger bewahrte. Ich würde anderen Schnittlösungen unter solchen Umständen nicht trauen, denn diese stürzen bereits oft bei weit geringerer Belastung ab. Und dies ist einer der Gründe, weshalb ich bei EDIUS geblieben bin.

Um ein Beispiel zu nennen: Mit EDIUS bin ich niemals im Zweifel, ob ich ein Projekt wieder öffnen und bearbeiten kann, das ich vor Jahren mit einer älteren Version von EDIUS erstellt und seitdem nicht mehr geladen hatte. Vor ein paar Monaten hatte mich ein Auftraggeber gebeten, ein Projekt in einer weiteren Sprache für eine neue Zielgruppe zu bearbeiten. Ich hatte dieses Projekt seit sechs Jahren nicht mehr geöffnet. Dies war eine amerikanische Dokumentation mit dem Titel „The Art of Marriage“ („Die Kunst der Ehe“).

art_of_mariage “The Art of Marriage” geschnitten mit EDIUS 6.5 und fortgesetzt mit EDIUS 8

Das Projekt hatte eine Gesamtlaufzeit von 5 Stunden und war ein Terrabyte groß. Sechs Jahre zuvor hatte ich das Projekt mit EDIUS 6.5 (32-bit nativ) geschnitten und abgeschlossen, mit jeder Menge von Grafiken und Titeln. Nach Abschluss des Projektes hatte ich das Material über die Jahre von einer Festplatte auf die nächste umkopiert, bis es schließlich auf einem externen Laufwerk vorübergehend Ruhe fand.

Der ultimative Stresstest für EDIUS stand noch bevor

Nach Sechs Jahren war es nun also an der Zeit das Projekt wieder zu laden. Und was passierte? Alles lief vollkommen reibungslos, als hätte ich das Projekt erst gestern zuletzt geschlossen. Egal was, alles ließ sich öffnen und lief ohne jedes Problem nun mit EDIUS 8 (64-bit nativ), sogar komplexe eingebettete Sequenzen. Es ist ein großartiges Gefühl, wenn man seiner Schnittlösung so uneingeschränkt vertrauen kann.

Wie auch immer, der ultimative Stresstest für EDIUS stand erst noch bevor. Dies geschah 2016, als ich mit der Arbeit an meiner neuen Dokumentation „Sturm der Seele“ (kroatischer Originaltitel “BURA DUŠE”) begann, die vom Schicksal kroatischer Kriegsveteranen handelt.

storm_of_soul Timeline von “Sturm der Seele (Storm of the Soul)”

Ich habe den gesamten Film mit EDIUS 8 Workgroup geschnitten. Abbildungen wurden mit Affinity Photo und Affinity Design Software bearbeitet. Die Dokumentation hatte 2019 in dem bekanntesten Kino Kroatiens „Kino Europa“ in Zagreb Premiere.

Im Rahmen dieses Projektes habe ich ungezählte Plug-ins und Tools für Farbkorrektur und Grading genutzt, außerdem Fotos bearbeitet, Sound Effekte ergänzt und viele Blenden und Spur-Masken. Motion Tracking habe ich häufig eingesetzt und EDIUS hat auch beim Tracking hervorragend funktioniert. Das Projekt war ein echtes Schwergewicht und ausgesprochen komplex mit einem Umfang von über 25.000 Clips in den verschiedensten Formaten und Frameraten von 23,97 bis 100 Bildern pro Sekunde und Auflösungen von 640 x 480 bis 4K.

Ein echter Alptraum für die Postproduktion

Neun unterschiedliche Kameras waren zum Einsatz gekommen mit einer nochmals größeren Variation an Objektiven. Darunter eine Sony Broadcast Kamera PMW 300 ebenso wie eine DJI Phantom 2 Drohne, ein Handheld Camcorder XA 30 von Canon und DSLRs wie die Canon Modellreihe von der 5D bis zur 7D, eine Canon 750D, eine Panasonic Lumix FZ1000 und eine GH2.

storm_timeline “Sturm der Seele“: Mischen und Angleichen von Clips auf einer Timeline

Verschiedene Phasen des Films wurden mit unterschiedlichen Kameras gedreht, eigentlich ein echter Alptraum für die Postproduktion! Wir ließen uns davon nicht beeindrucken, waren immer guten Muts, wir hatten ein Ziel und dies verfolgten wir.

Es war nur minimales Transcoding oder Rendern erforderlich. Dies betraf hauptsächlich die nativen Dateien, die mit extrem rechenintensiven Filtern wie NEAT Video oder RED Giant Plugin Effekten versehen waren – oft sogar in Kombination. Es gab sehr viele miteinander verbundene verschachtelte Sequenzen und jede nur denkbare Kombination. Alles war mit allem vermischt…
Wann immer finanzielle Mittel begrenzt sind und damit auch das Aufnahme-Equipment limitieren, verwendet man eben alles was verfügbar ist und für die Aufnahme geeignet scheint.

Wovor dich jeder warnt, dies bloß NIEMALS zu tun

Aufgrund der stetig wachsenden Größe des Projekts und um auch die gewünschte Performance zu erreichen, blieb während der Postproduktion keine andere Wahl, als das gesamte Material von der Festplatte und einigen ältere SSDs auf neue SSDs umzukopieren. Noch dazu war ich aufgrund des Alters vieler Komponenten gezwungen, Kernbestandteile meines Schnitt-PCs auszutauschen wie Motherboard, Prozessor, Speicher und Kühlung . Dies ist genau das, wovor dich jeder warnt. Normalerweise endet ein solcher Tausch inmitten der Bearbeitung eines laufenden Projekts in einem Desaster. Irgendetwas unerwünschtes würde immer passieren, verloren gehen oder einfach nicht mehr funktionieren. Diesmal aber – nach dem Einbau der Hardware und nachdem alles wieder verbunden war – hatte EDIUS nicht ein einziges Problem! Alles funktionierte reibungslos, vollkommen problemlos und noch weitaus performanter, als ich erhofft hatte. Nach diesem kurzen, aber unvermeidbaren Hardware-Update konnte ich nun die Bearbeitung meines Projekts fortsetzen, schneller und mit noch mehr Freude als zuvor.

Da ich sowohl der Regisseur als auch der Cutter der Dokumentation war, war die Möglichkeit Notizen in den Sequenz-Markern zu verwalten für meinen Workflow sehr hilfreich. Leider unterstützte EDIUS 8 damals noch nicht die Arbeit mit farbigen Markern, die heute bei EDIUS Standard ist.

Just edit and play

Nachdem die Bearbeitung beendet war, konnte ich ein absolut überzeugendes Fazit ziehen: EDIUS hat seine Sache FANTASTISCH gemacht. Es gab keinen einzigen Crash, kein Projekt ging verloren und nicht eine Datei. Und deshalb gab es auch niemals Panik, es gab überhaupt keinen Anlass für Bedenken. So wie jemand das mal sagte: „Just edit and play“, einfach schneiden und abspielen. Background Rendering – so wie dies nun mit EDIUS X verfügbar ist – hätte den gesamten Postproduktionsprozess noch zusätzlich optimiert und beschleunigt, aber ich kann mich da überhaupt nicht beschweren. Alles funktionierte reibungslos. Wie schon erwähnt, mussten einige Files gerendert werden (STRG + G), die mit dem NEAT-Denoiser und/oder mit Red Giant Filtern bearbeitet worden waren. Aber das war kein Problem und EDIUS hat auch das schnell erledigt. Wenn ich einmal in Eile war, habe ich einfach die Vorschau-Qualität ein wenig reduziert und damit war die Echtzeit-Wiedergabe dann problemlos möglich.

Alles möglich mit EDIUS

Die Dokumentation wurde kofinanziert vom kroatischen Ministerium für Veteranenangelegenheiten. Deren Jury, die mit sechs Filmprofis von verschiedenen Agenturen und Unternehmen besetzt war, bezeichnete unsere Dokumentation als besten Film von über 50 Dokumentationen, die in den letzten 20 Jahren über den Krieg in Kroatien produziert worden waren. Sie sagten, der Film hätte den Look eines „high budget movies“, als hätte also für die Produktion viel Geld zur Verfügung gestanden. Darüber waren wir sehr glücklich und zugleich überrascht. Denn wir wussten ja, wie viele Kompromisse wir unvermeidlich eingehen mussten, um mit den begrenzten Finanzen auszukommen.

Nach der Premiere beglückwünschten mich einige Filmprofis für meinen exzellenten Umgang mit After Effects. Nun, dieses Kompliment geht komplett an EDIUS, denn After Effects war überhaupt nicht beteiligt. Ich erklärte den Experten, dass ich nur drei Softwarelösungen genutzt hatte: Grass Valley EDIUS (8WG) für den Schnitt, die Farbkorrektur und den Export, Affinity Photo für die Bearbeitung von Grafiken und Bildern und Pro Tools für Audio. Ich habe keinerlei Adobe-Software auf meinem PC. Die Experten waren überrascht, denn sie hatten es nicht für möglich gehalten, dass ein solcher Look allein mit EDIUS und Plug-ins für EDIUS zu erreichen ist.

korean Koreanische Fassung von “Sturm der Seele”

english Englische Fassung von “Storm of the Soul”

Einige Monate später erhielten wir Anfragen, unsere Dokumentation in zahlreiche Fremdsprachen zu übersetzen, darunter Koreanisch, Tschechisch, Ukrainisch, Englisch, Italienisch, Bulgarisch und weitere.

Genieße Deine Arbeit während Deiner Arbeit

Manche Leute sagen, dass es keine Rolle spielt, mit welcher Software man arbeitet, solange man damit die Arbeit vernünftig erledigen kann. Auf der einen Seite mag das richtig sein. Am wichtigsten ist es, die Arbeit zu machen. Ich möchte aber noch einen Schritt weiter gehen und behaupte, dass es etwas noch Bedeutenderes gibt, als nur den Job zu erledigen. Und das ist, Deine Arbeit zu genießen, während Du sie tust. EDIUS bietet mir genau das: Freude an meiner Arbeit.

Und dies trifft nicht allein auf mich zu. Mein Sohn ist 17 Jahre alt und schneidet seine YouTube Videos schon seit einigen Jahren mit EDIUS 7. Meine Frau arbeitete bis vor 5 Jahren als TV-Journalistin und hat ihre Berichte oft mit EDIUS bearbeitet. Heute arbeitet sie als Grundschullehrerin und unterrichtet Kroatisch. Sie unterrichtet auch Medienkunde und leitet die Kinder unter anderem an Videos zu bearbeiten, ebenfalls mit EDIUS!

premiere Goran Maršalek zusammen mit seiner Frau Daniela Maršalek bei der Filmpremiere in Zagreb

Jeder ernsthafte und langjährige EDIUS Anwender wünscht sich gewisse Erweiterungen bezogen auf kreative Aspekte. So wie zum Beispiel Ergänzungen in der Audio-Bearbeitung, neue und moderne Videofilter und Übergangseffekte. Das ging auch mir so. Und nach einer recht langen Zeit hat Grass Valley diese Erwartungen nun erfüllt. Mit EDIUS X kommen jetzt die neuen „Seamless Transitions“ also nahtlose Übergänge, innovative Audio-Werkzeuge und – die größte Verbesserung für meinen Workflow – das Background Rendering sowie der Datei-Export als Backgroundservice.

Tatsächlich war der Mangel an modernen und professionellen Übergangseffekten und die begrenzten Möglichkeiten zur Audiobearbeitung mein einziger echter Kritikpunkt an EDIUS. Nun mit EDIUS X ist dies behoben.

Was EDIUS aber so einzigartig macht und von allen anderen Schnittlösungen unterscheiden, das habe ich bereits zuvor beschrieben. Denn alle Features und Optionen bedeuten nichts, wenn man nicht die Sicherheit hat, dass man mit dem Programm schnell und effizient arbeiteten kann – und dies unter allen Bedingungen. Meine langjährige Praxis und Erfahrung haben genau dies unter Beweis gestellt.

Unser Verhältnis zu EDIUS ist über viele Jahre in vielen unterschiedlichen Situationen geprägt durch Vertrauen und eine große Zuneigung. Meine Frau sagte deshalb kürzlich sehr passend, dass EDIUS für uns nicht länger nur ein Werkzeug ist. In mancher Hinsicht ist EDIUS ein Mitglied unserer Familie geworden.

Goran Maršalek

MEDIA 53, www.media53.hr

Der Film kann mit englischen Untertiteln kostenfrei auf dieser Webseite angesehen werden: https://en.filmburaduse.com/

Goran hat uns informiert, dass er aktuell an zwei neuen Dokumentarfilmen arbeitet. Er schreibt:

„Ich schneide und postproduziere beide Filme mit EDIUS X. Beide Filme befinden sich derzeit noch in der Produktion. Die Postproduktion sollte im April 2021 beginnen.“

„Eine Dokumentation handelt von ausländischen Freiwilligen, die in der kroatischen Armee während des Krieges in Kroatien 1991 gekämpft haben. Dieser Film wird in Kroatien bereits sehr erwartet, denn selbst 30 Jahre nach Ende des Krieges hat bisher niemand einen Film über diese Menschen gemacht.“

Goran konnte uns bereits einen Link zum Trailer seines neuen Films schicken: “1991 - Who's your neighbor?”: https://youtu.be/to2OjxdRrVc

Die zweite Dokumentation behandelt ein religiöses Thema und hat den Titel “Delusions about Jesus” („Irrglauben über Jesus“). Der Film handelt von der modernen Jesus- Wahrnehmung und häufigen Missverständnissen.

Auch dieser Trailer ist in englischer Sprache verfügbar: https://youtu.be/04zcfXGYjEY

 “Kein anderes Videobearbeitungssystem kommt mit der Vielzahl an unterschiedlichen Dateiformaten die wir erhalten, zurecht“ Grant Salinger, Managing Director, Motionlink

 wsb 600x199 frank aldana

 

“Die Fähigkeit, in Echtzeit arbeiten zu können, ist entscheidend. Dies erlaubt mir, mich komplett auf die Erzählung der Geschichte konzentrieren zu können statt auf das Schnittsystem… - und um das Geschichten-Erzählen dreht sich bei uns alles. Ich würde tatsächlich behaupten, dass das beste Feature an EDIUS überhaupt der Play-Button ist. Denn der funktioniert reibungslos und er funktioniert jedes Mal, wenn man ihn nutzt. Es ist deshalb keine Überraschung, dass das EDIUS-Logo auch ein Play-Button ist.“ TheFrank Aldana, Director/Editor/VFX/Voiceover Künstler, Red Ei8ht Inc.

 wsb 600x199 ty roberts

 

“EDIUS erlaubt uns, die Shows schnell und effizient zu schneiden. Und tatsächlich glaubt der Zuschauer, wir mischen live! Das ist es, was mich am meisten stolz macht. Wenn ein Fan, der bei der Show dabei war, von unserem Video begeistert ist, dann weiß ich, dass wir etwas richtig gemacht haben.” Ty Roberts, Mitgründer und Video Editor, TourGigs

 wsb 600x238 dennis miligan

 

“Wir produzieren etwa 48,5 Stunden Nachrichten pro Woche. Das sind immens viele Nachrichten. Deshalb sind Produkte wie EDIUS sehr wichtig, um sicherzustellen, dass der Workflow so effizient wie nur möglich ist. Und dies gelingt uns mit etwa der gleichen Anzahl von Mitarbeitern, mit denen wir früher weit weniger Nachrichten produziert haben. Die Effizienz bei den Abläufen macht also einen richtig großen Unterschied.” Dennis Milligan, News Director, WBTV

 wsb 600x238 leighton grant
“Sobald es Eilmeldungen gibt, die sofort auf Sendung müssen, und man keine Zeit hat, Material wie üblich zu bearbeiten, lässt sich einfach der Quellbrowser nutzen und Sie haben Ihren Beitrag buchstäblich in Sekunden geschnitten." Leighton Grant, Chefphotograph, Raycom Media